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Forum - Sagen um das Wörschweiler Kloster

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Alarion
(9 Posts bisher)
17.08.2009 16:48 (UTC)[zitieren]
Sagenhaftes um Kloster Wörschweiler, Kirkel, Limbach und ihr Waldgebiet



Das Volk will wissen, dass ich auf der Höhe des Wörschweiler Klosterberges, auf jenem herrlich gelagerten, von altem Wald bedeckten, lang gezogenen und gegen allzu neugierige Sicht geschützten Bergrücken, schon lange vor der Römerzeit eine große Kult- und Opferstätte der keltischen Druiden befunden habe, an deren Stelle sich dann später das Kloster und die Abtei Wernerswilre und so schließlich Werschweiler und Wörschweiler erhob. --- Da hat dann auch der alte Daniel Bertram in den 70er-Jahren eine „Dunnerax“ gefunden, und die Frauen haben nach dem alten Brauch hartmelkigen Ziegen das Euter damit bestrichen. Ein Zweibrücker Jude hatte aber unseren Bertram Leiter dieses Werkzeug alter Uh Ureinwohner abgefuggert und so ausgespannt, und der Art ist es der Wissenschaft verloren gegangen.
Die so wuchtigen romanischen Ruinen des Klosters, noch so eigenartig mit Mönch- und Rittergrabplastik bestanden, Laufen dann mit ihrem Höhlen -Waldgebiet unmerklich in das so anmutige, wasserbelebte, baumalte Parkgelände des alten Herren-und Heilbadesitzes Gutenbrunnen in all Seinem Barockreiz aus, und verbinden sich so auch wieder mit ihm zu echter Barockromantik, wie einmal so häufig im Saarland.
Von diesem Kloster aber führte einst ein geheimer Gang unterirdisch in das Innere der Burg Kirkel. Ihnen benötigten in Notzeiten die pfälzischen Herzöge, Ritter und auch ihre Burgbesatzung. So konnte man sie ungehindert mit Proviant und Munition versehen, aber die Burg auch ungehindert räumen, wenn sie nicht zu halten war und sich in den Kloster Frieden flüchten. Im Inneren des die Kirkeler Schlossberges in einer Höhle wird aber auch in einer schweren, beschlagenen Kiste ein großer Schatz aufbewahrt. Ihnen bewachten ein riesiger. mit feurigen Augen und die überweitem, gähnenden Rachen. Nur der kann den Schatz heben, der den Hund bannt und ihn so unschädlich zu machen versteht.
Als einmal eine Hochzeitsgesellschaft zur Mitternacht durch den Limbacher Wald heimkehrte, geriet das Gefährt vom Wege ab und stürzte mit sämtlichen Insassen in den Totenpfuhl in dem alles versank. Weder die Leiber der Gäste, noch die Kutsche mit Pferden sollen jemals wieder zum Vorschein gekommen sein, aber noch lange im Walde, vorab in dunklen Novembernächten, gegeistert haben und zwar Pferde und Menschen. – Ähnliches berichtet man – und das wird sogar dir noch durch ein Forst Protokoll überliefert - vom Friedrichsbrunnen. Als dort einmal ein Bauer mit seinem Wagen zum mitternächtiger Stunde die Saarbrücker Straße hinauf fuhr und dabei fluchte, als wir an diesem „Friedrichsbrunnen“ im Kasbruch oder „Germinauer Loch“ vorbeikam, nahm ihn der Teufel flugs am Kragen und warf ihn in den Brunnen. Doch er konnte sich mit vieler Mühe wenigstens noch heraus retten.


(Quelle: Karl Lohmeyer - Die Sagen der Saar)
Alarion
(9 Posts bisher)
18.08.2009 16:17 (UTC)[zitieren]
Der güldene Hund

Vor über 100 Jahren wohnte auf dem Wörschweiler Klosterberge neben dem im Rundbogen geschlossenen, so stattlich gezierten, romanischen Portal der ehemaligen Abteikirche in einem Kellergewölbe unter den Ruinen der alte Royan. Sein ärmlicher, aber doch inhaltsreicher Lebens-Kreislauf war Jahrzehnte lang aufs innigste mit dieser ehrwürdigen Kultstätte unseres Landes verknüpft. Ein paar Jahre nur vor seinem Tode zog er hinunter nach Wörschweiler ins Dorf und in die sogenannte Baracke. Das war ein Lehmhäuschen, das älteste im Ort. Erst 1938 wurde es abgetragen.
Inmitten der vielen Geister und seltsamen Geschehnisse gerade dieser Gegend war Royan advent, -- das heißt lichtig und alles auch beim Nacht, wie am Tage ich sehend – geworden. Deshalb erschloss sich ihm vieles, was anderen Menschen verborgen blieb. Und schon als junger hörte er vom alten Gesinde im namen Hofgute die Sagen von Klosterberge mit allem Sinn dafür. Und so erlebte er diese Überlieferungen wahrhaftig später selber, genau in der Art, wie er sie noch in seinen letzten Lebensjahren abends ins Dorf der Jugend weitergab. Und weil er eben advent war, sah er auch einmal den goldenen Hund, von dem man ihm einst so viel berichtete; aber selbst hatte ihn noch niemand vorher erblickt. – Einst bekam Royan mitten in der Nacht in seiner Kellerruine einen fürchterlichen Durst. – auf den Dorfkirchen im Tal schlug es gerade 12 Uhr den Wald herauf. Das hielt ihn zurück und er wartete noch. Weil aber die Sommernacht sich so lieblich anließ und der Durst stets quälender wurde, der schöne Klosterziehbrunnen aber nur etwas über einen Steinwurf weit von ihm weg stand, der ein köstlich kühlendes Nass barg, machte er sich schließlich doch auf den Weg. Zwischen dem Gutshaus und der Klosterkirche schritt er emsig dahin. Und da hörte er um die Grabplatten in der Kirchenmauer ein klagendes Geflüster; die Geister der unter seinen Füßen ruhenden Äbte, Ritter und Klostermenschen waren es, über deren verschollene Gräbern der Schritte.
Er aber hatte keine Angst, weil es um ihn taghell war. Und nun sah er von weitem schon den uralten Brunnen in der grünen Wiese. Seltsam aber, es leuchtete rund um ihn Golden auf, als läge die liebe Sonne auf ihm, mitten in der Nacht. Es war förmlich so, als sei sein Mauerwerk von Gold um nicht von graubemoosten Stein.
Royan wunderte sich nun doch sehr. So schönen sah er den Brunnen noch nie. Noch ein paar Schritte und er stand vor dem strahlenden Wunder der Nacht. – Dann öffnete er die Brunnentür und jetzt erst gewahrte er den Ursprung des Goldglänzens: Ein großer, goldener Hund lag in der Tür zu seinen Füßen und schaute ihn mit funkelnden Augen an. Das Tier aber rührte sich nicht, so dass auch Royan wie erstarrt da stand. Solange er auch den Atem anhielt und staunend auf dem goldenen Hund sah, der lag dar wie eitles Gold so schön und Tod trotz allem Glanze, der von ihm ausstrahlte. Aber seine wuchtige größere war doch so dräuend und wehrhaft, dass Royan anfing, langsamen Schritt für Schritt zurückzugehen, um über einem solchen seltsamschönen Erlebnis seinen Durst zu vergessen…
O Schreck, da bewegte sich auf einmal der goldene Hund und ging auch langsam zurück. Mitten vor die Brunnentür legte er sich nun. Als nun Royan vor Angst in seinen Keller lief, und von dort noch einmal zum Brunnen sah, lag das geheimnisvolle Tier immer noch dort. Und nun wusste der hellsichtige Royan, das der güldene Hund das in Kriegszeiten von den Mönchen in den tiefen Brunnen versenkte Gold der Klosterkirche bewachte. Und so golden wie dieser Schatz war auch der Treue Wächter geworden, der für ewige Zeiten hier seinen Platz gefunden hatte.
Als am Morgen der alte Royan endlich wieder an den Brunnen ging, seinen Durst zu löschen, zog er einen Eimer Wasser hoch. Beim Abheben von der Kette, schepperte der Eimer über und es war Royan, als träufelten lauter blanke Goldtropfen hinunter in die Tiefe. Die aber sang weiter ihr uraltes Brunnenlied: Und es rauschte das goldene Wasser bewahren über die kostbaren Klosterschätze und ihren güldenen, wachsamen Hund…

(Quelle: Karl Lohmeyer – Die Sagender Saar)

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